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Gesundheitsthema

Fußpilz und Nagelpilz: erkennen, behandeln, vorbeugen

Fußpilz und Nagelpilz gehören zu den häufigsten Hautproblemen und verschwinden selten von allein. Hier erfahren Sie, woran Sie eine Pilzinfektion erkennen, welche Behandlung wie lange dauert, wie Sie einer Wiederansteckung vorbeugen und wann ärztlicher Rat nötig ist, dazu ein kurzer Überblick über trockene Haut, Schuppenflechte und Neurodermitis.

Fußpilz: wie häufig er ist und wie man sich ansteckt

Fußpilz ist eine Infektion der Haut, meist mit Fadenpilzen. Je nach Untersuchung sind 3 bis 15 von 100 Menschen betroffen, Männer häufiger als Frauen und Ältere häufiger als Jüngere. Die Pilze werden über direkten Hautkontakt oder abgefallene Hautschüppchen übertragen, typischerweise beim Barfußlaufen in Schwimmbädern, Saunen, Umkleiden und Gemeinschaftsduschen. Eindringen können sie über kleine Risse in der Haut. Warme, feuchte Füße in engen Schuhen begünstigen die Infektion. Ein höheres Risiko haben Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen oder geschwächtem Immunsystem.

Anzeichen und Formen von Fußpilz

Am häufigsten sitzt Fußpilz zwischen den Zehen, vor allem zwischen dem vierten und fünften Zeh. Die Haut juckt, rötet sich, schuppt oder reißt ein. Oft wirkt sie weißlich und aufgequollen. Risse können schmerzen. Daneben gibt es weitere Formen: • Mokassin-Form: trockene, feine Schuppung an Fußsohle, Ferse und Fußrand, die leicht mit trockener Haut oder Neurodermitis verwechselt wird • selten eine akut entzündliche Form mit Rötung, Bläschen oder Pusteln Unbehandelt breitet sich Fußpilz häufig auf die Zehennägel aus.

Nagelpilz: Anzeichen und Risikofaktoren

Nagelpilz betrifft schätzungsweise 3 bis 12 von 100 Menschen, ältere häufiger als jüngere. Am häufigsten sind die großen Zehennägel befallen, Fingernägel seltener. Meist entsteht er aus einem Fußpilz. Typisch ist, dass der Nagel matt wird und sich weißlich-gelb bis bräunlich verfärbt. Später kann er dicker, brüchig und verformt werden und sich teilweise vom Nagelbett lösen. Manchmal zeigen sich weiße Flecken auf der Oberfläche. Ein befallener Nagel kann beim Gehen oder in engen Schuhen schmerzen. Das Risiko steigt durch: • bestehenden Fußpilz • häufige Besuche in Schwimmbad oder Sauna • Verletzungen am Nagel, künstliche Nägel und enge Schuhe • Schuppenflechte • Durchblutungsstörungen der Beine, etwa bei Diabetes • ein geschwächtes Immunsystem • an den Händen: häufig feuchte Hände, etwa bei Reinigungsarbeiten

So wird eine Pilzinfektion festgestellt

Fußpilz lässt sich oft schon am Aussehen erkennen. Bei Unsicherheit und vor allem bei Nagelpilz wird etwas Haut oder Nagelmaterial abgeschabt und unter dem Mikroskop untersucht. Das Ergebnis liegt oft schon am selben oder nächsten Tag vor. Welcher Pilz genau dahintersteckt, zeigt eine Pilzkultur, die etwa drei Wochen braucht. Die Abklärung lohnt sich, weil nicht jeder verfärbte oder verdickte Nagel ein Pilz ist. Auch Schuppenflechte, Verletzungen oder Druckstellen können ähnlich aussehen, und dann hilft eine Pilzbehandlung nicht.

Behandlung von Fußpilz

Fußpilz lässt sich meist gut mit Cremes, Gelen oder Sprays aus der Apotheke behandeln, die zugelassene pilzhemmende Wirkstoffe enthalten. Die Apotheke berät, welches Mittel passt. Entscheidend ist Geduld: Wenden Sie das Mittel so lange an wie vorgesehen, auch wenn Juckreiz und Rötung schon nachlassen. Wer zu früh aufhört, riskiert einen Rückfall. Tragen Sie es auch etwas über den sichtbar betroffenen Bereich hinaus auf, und waschen Sie danach die Hände. Tabletten sind nur selten nötig, etwa wenn die äußerliche Behandlung nicht anschlägt.

Behandlung von Nagelpilz

Nagelpilz ist hartnäckig, die Behandlung kann ein Jahr dauern. Am Ende muss der Nagel vollständig gesund nachgewachsen sein, und Zehennägel wachsen langsam. • Nagellack: Bei leichtem Befall eines kleinen Nagelteils werden farblose Lacke mit Wirkstoffen wie Amorolfin oder Ciclopirox eingesetzt. Sie sind rezeptfrei und müssen regelmäßig aufgetragen werden, teils über ein Jahr. • Ablöse-Set: Eine harnstoffhaltige Salbe weicht den befallenen Nagel über etwa zwei Wochen auf, danach wird er abgetragen. Anschließend wird die Haut mehrere Wochen mit einer Pilzcreme behandelt. • Tabletten: Ist mehr als etwa die Hälfte der Nagelplatte oder sind mehrere Nägel befallen, kommen verschreibungspflichtige Tabletten mit Wirkstoffen wie Terbinafin oder Itraconazol infrage. Bei Zehennägeln werden sie meist mindestens drei Monate eingenommen. Sie können Magen und Darm belasten und die Leber beanspruchen, deshalb gehört die Behandlung in ärztliche Hände. Behandeln Sie einen gleichzeitig bestehenden Fußpilz immer mit, sonst steckt sich der Nagel neu an.

Vorbeugen und Wiederansteckung vermeiden

Diese Gewohnheiten senken das Risiko, auch wenn sie nicht in großen Studien geprüft sind: • Füße nach dem Duschen oder Schwimmen gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Ein Föhn auf niedriger Stufe hilft. • atmungsaktive, nicht zu enge Schuhe tragen und sie täglich wechseln, damit sie trocknen können • in Schwimmbad, Sauna und Gemeinschaftsduschen Badeschuhe tragen • Handtücher, Socken und Schuhe nicht mit anderen teilen • Socken, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 °C waschen • Schuhe nach einer Infektion desinfizieren Wer einmal Fußpilz hatte, sollte die Füße eine Weile besonders aufmerksam beobachten und erste Anzeichen gleich behandeln.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

• bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen: dann sollten Fuß- und Nagelpilz immer ärztlich behandelt werden • wenn sich Fußpilz trotz Behandlung nach etwa zwei Wochen nicht bessert oder sich ausbreitet • wenn mehrere Nägel betroffen sind oder ein Nagel schmerzt • bei nässenden, eitrigen oder stark schmerzenden Hautstellen • bei Fieber oder einer Rötung, die sich rasch ausbreitet • bei geschwächtem Immunsystem oder in der Schwangerschaft Erste Anlaufstelle ist die hausärztliche oder hautärztliche Praxis. Die Apotheke berät bei leichtem Fußpilz, Podologie hilft bei der Nagelpflege, besonders bei Diabetes.

Häufige Irrtümer

• »Fußpilz geht von selbst weg.« Meist nicht. Unbehandelt kann er sich auf die Nägel ausbreiten. • »Teebaumöl oder Kräuterfußbäder reichen aus.« Dass Hausmittel gegen Fußpilz helfen, ist wissenschaftlich nicht belegt. • »Wer oft barfuß läuft, bekommt eher Fußpilz.« Im Gegenteil: Menschen, die häufig barfuß gehen, haben ihn selten. Problematisch sind feuchte Füße in engen Schuhen und nasse Gemeinschaftsböden. • »Nagelpilz ist nur ein kosmetisches Problem.« Er kann schmerzen, andere Nägel anstecken und bei Diabetes zu Folgeproblemen führen. • »Wenn der Nagel besser aussieht, kann ich aufhören.« Erst wenn der Nagel komplett gesund nachgewachsen ist, ist die Behandlung abgeschlossen.

Trockene Haut, Schuppenflechte und Neurodermitis

Nicht jede schuppige, juckende Haut ist ein Pilz. Trockene Haut spannt, juckt und schuppt, besonders im Winter und im Alter. Regelmäßiges Eincremen und nicht zu heißes, kurzes Duschen helfen meist. Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit scharf begrenzten, geröteten und schuppenden Stellen, oft an Ellenbogen, Knien und Kopfhaut. Sie ist nicht ansteckend. Neurodermitis verläuft in Schüben mit starkem Juckreiz und sehr trockener Haut. Bei beiden Erkrankungen gehören eine konsequente Hautpflege und, je nach Schwere, ärztlich verordnete Medikamente zur Behandlung. Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen bieten Austausch.

Pflegecremes und Nahrungsergänzung realistisch eingeordnet

Gegen eine Pilzinfektion wirken Arzneimittel mit zugelassenen pilzhemmenden Wirkstoffen. Kosmetische Fuß- und Hautcremes ohne solche Wirkstoffe können die Haut pflegen, geschmeidig halten und Risse vorbeugen, eine bestehende Infektion behandeln sie aber nicht. Bei Pflegeprodukten lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe, wenn Sie zu Allergien neigen. Für einzelne Nährstoffe gibt es zugelassene Aussagen, etwa »Zink trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei.« oder »Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.« Sie beziehen sich auf die normale Funktion bei ausreichender Versorgung. Gegen Fuß- oder Nagelpilz helfen Nahrungsergänzungsmittel nicht, und bei ausgewogener Ernährung ist ein Mangel selten.

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Unten finden Sie Produkte, die wir dem Thema Haut und Pilz zugeordnet haben, darunter Cremes und Pflegeprodukte. Sie ersetzen keine Behandlung. Bei Diabetes, ausgedehntem Befall oder unklaren Hautveränderungen lassen Sie die Ursache bitte zuerst ärztlich abklären.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Fußpilz?

Typisch sind Juckreiz, Rötung, Schuppung und eingerissene, weißlich aufgequollene Haut zwischen den Zehen. Bei der Mokassin-Form schuppen eher Sohle und Ferse. Bei Unsicherheit klärt eine kleine Hautprobe die Ursache.

Was hilft schnell gegen Fußpilz?

Cremes, Gele oder Sprays mit zugelassenen pilzhemmenden Wirkstoffen aus der Apotheke. Wichtig ist, sie so lange anzuwenden wie vorgesehen, auch wenn die Beschwerden schon nachlassen. Füße gut trocknen und Socken heiß waschen unterstützt die Behandlung.

Wie lange dauert die Behandlung von Nagelpilz?

Meist viele Monate, bei Zehennägeln oft bis zu einem Jahr. Die Behandlung ist erst abgeschlossen, wenn der Nagel vollständig gesund nachgewachsen ist. Tabletten werden bei Zehennägeln meist mindestens drei Monate eingenommen.

Ist Fußpilz ansteckend?

Ja. Die Pilze werden über Hautschüppchen übertragen, etwa in Schwimmbädern, Saunen oder über gemeinsam genutzte Handtücher, Socken und Schuhe. Badeschuhe und eigene Handtücher senken das Risiko.

Geht Nagelpilz von allein weg?

In der Regel nicht. Unbehandelt kann er sich auf weitere Nägel ausbreiten. Bei leichtem Befall reicht oft ein wirkstoffhaltiger Nagellack, bei stärkerem Befall kommen Tabletten infrage.

Helfen Hausmittel wie Teebaumöl oder Essig?

Dass Hausmittel gegen Fuß- oder Nagelpilz helfen, ist nicht belegt. Wirksam sind Mittel mit zugelassenen pilzhemmenden Wirkstoffen.

Wann sollte man mit Nagelpilz zum Arzt?

Wenn mehrere Nägel betroffen sind, ein Nagel schmerzt oder Lack nicht hilft. Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen sollten Fuß- und Nagelpilz immer ärztlich behandelt werden. Auch ein unklarer, verfärbter Nagel sollte abgeklärt werden.

Wie kann ich Fußpilz vorbeugen?

Füße nach dem Duschen gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen, atmungsaktive Schuhe tragen und täglich wechseln. In Schwimmbad und Sauna Badeschuhe nutzen, Socken und Handtücher bei mindestens 60 °C waschen.

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein. Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche, aber nicht ansteckende Hauterkrankung. Sie kann einem Nagelpilz ähneln, deshalb lohnt bei verfärbten Nägeln eine Abklärung.

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Quellen

  1. Fußpilz – gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  2. Nagelpilz – gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  3. Schuppenflechte (Psoriasis) – gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  4. Neurodermitis – gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  5. Nahrungsergänzungsmittel – was ist zu beachten? – gesundheitsinformation.de

Stand: 12.10.2026